Mediation
am Gymnasium zu St. Katharinen
Oppenheim

So fing es an:

Im Jahr 2002 wurde an unserer Schule ein Basistraining Mediation angeboten. 20 Kolleginnen und Kollegen ließen sich in Theorie und Praxis der Mediation ausbilden, 16 dieser Kollegen belegten ein Jahr später ein Aufbau- und Auffrischungstraining.

Was ist Mediation?

Mediation ist ein Verfahren zur Streitschlichtung, das sich erlernen lässt. Zur Mediation sollte niemand gezwungen werden, das Konzept geht davon aus, dass eine von den Betroffenen vereinbarte Lösung nachhaltig wirkt. Allerdings kann die Bereitschaft, sich mediieren zu lassen, dadurch erhöht werden, dass sonst drohende Strafen während der Mediationsphase ausgesetzt werden.
Eine weitere wichtige Voraussetzung für den Erfolg einer Mediation ist die Vertraulichkeit. Die Schüler und die Lehrer verpflichten sich, nicht mit anderen über die verhandelten Inhalte zu sprechen. Auch die Mediatoren sind zum Stillschweigen verpflichtet, dürfen also weder der Schulleitung noch dem Klassenlehrer berichten.
Bei der Mediation handelt sich streng genommen nicht um Streitschlichtung im herkömmlichen Sinn. Mediatoren sind Mittler, keine Richter, sie sind neutral beiden Parteien gegenüber und dafür verantwortlich, dass das Gespräch ruhig und ohne gegenseitige Beschimpfungen abläuft. Deshalb sollten die Konfliktparteien auch nicht miteinander, sondern immer nur mit dem Mediator sprechen. Jede Partei erhält gleiche Redeanteile, der Mediator hört zu und fasst zwischendurch immer wieder Aussagen zusammen, um zu prüfen, ob er die Darstellung der jeweiligen Partei richtig verstanden hat („aktives Zuhören“). Der Mediator interpretiert aber nicht, noch wertet er, noch gibt er Ratschläge. Seine Aufgabe ist ausschließlich das Zuhören und Moderieren. Oft werden im Verlaufe des Gesprächs die Gefühle bewusst, die den Konflikt hervorgerufen haben. Im Idealfall sind sie der Schlüssel für das Verständnis des anderen und helfen bei der Konfliktbewältigung (etwa: „wie würdest du dich fühlen, wenn dich jemand so behandelte?“). Schließlich darf sich jede Partei von der anderen etwas für die Zukunft wünschen.

Erste Erfahrungen

Recht schnell nach Abschluss des Basistrainings erprobten wir die Mediation an unserer Schule. Viele der ausgebildeten Lehrer erklärten sich bereit, in Freistunden Mediationen durchzuführen. Tritt ein Konflikt auf, bei dem eine Mediation angebracht ist, kann entweder ein Lehrer den Konfliktparteien die Mediation empfehlen, oder Schüler können sich selbst entschließen, sich mediieren zu lassen.
Diese Schüler melden sich bei Frau Greve, Frau Kunz-Henrich oder Frau Krämer und erhalten möglichst kurzfristig einen Termin, z. T. auch während der Unterrichtszeit.

Der nächste Schritt: Schülermediatoren

Langfristiges Ziel war es schon immer, Schülermediatoren auszubilden, erstens umd die Eigenverantwortung der Schüler zu stärken und zweitens, weil manche Schüler Gleichaltrige eher als Mittler in Konfliktsituationen akzeptieren. Dazu wurden bereits während der Projekttage im Jahr 2004 ca. 40 Interessierte der 8. – 10. Klassen zu Schülermediatoren ausgebildet. Diese Mediatoren stehen in ihren Freistunden als Zweierteam zur Verfügung.
Da es oft nicht genug Mediationen zum Üben gibt, auf dem Schulhof aber häufig kleine Konflikte ausgetragen werden, haben sich einige ausgebildete Teams als Pausenmediatoren zur Verfügung gestellt. Sie sind bei Auseinandersetzungen auf dem Schulhof Ansprechpartner vor allem für die Kleinen. Pausenmediatoren erkennt man an einem grünen Anhänger, außerdem sind die Fotos der Teams mit dem Einsatztag und Ort im Schaukasten vor dem Haupteingang aufgehängt.

Durchführung einer Mediation

In dem Gespräch mit immer zwei Mediatoren werden die Konfliktparteien an einen Tisch gebracht, sie schildern den Hergang aus ihrer Sicht und erhalten die Möglichkeit, Sachverhalte richtig zu stellen. Dabei sollen beide Parteien die Sichtweise des anderen verstehen oder akzeptieren lernen.
Am Ende einer Mediation steht ein Vertrag, der von den Schüler selbst formuliert wird und den beide Parteien in der Zukunft einhalten müssen.
Ist keine Einigung möglich, wird ein weiterer Termin anberaumt.
Der obenerwähnte Vertrag wird zusammen mit dem Gespräch protokolliert und von Mediatoren und Schülern unterschrieben. Nach einer vorher festgelegten Frist trifft sich die Runde noch einmal und überprüft, ob die Verträge eingehalten wurden und/oder ob es noch weiteren Gesprächsbedarf gibt.

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Letzte Änderung: Mittwoch, den 20. Juni 2007, 12:23 Uhr.