Wandbild: Anti-Kriegs-Collage

Traurige Blicke aus schwarzen Augen


Zeichen gegen das Grauen:
Gymnasiasten gestalten Anti-Kriegs-Collage

Von unserer Mitarbeiterin Simone Klein
[Text aus "Landskrone", Allgemeine Zeitung Mainz, 13. März 2003, Fotos: Gabi Kleudgen]

OPPENHEIM - Angespannt blickt in diesen Tagen die ganze Welt nach Amerika. Wird Präsident Bush tatsächlich seine Soldaten in einen Krieg ziehen lassen? Neben allen Spekulationen ist nur schwer vorstellbar, was derzeit in den Köpfen der Menschen im Irak vorgeht. Der Kunst-Leistungskurs der Jahrgangsstufe 12 des Gymnasiums zu St. Katharinen versuchte es dennoch.
Drei Wochen lang arbeiteten sie insgesamt an ihrer Anti-Kriegs-Collage. "Janin war eigentlich diejenige, die die Idee zu diesem Plakat während einer Unterrichtsstunde entwickelte", erinnerte sich Kursleiterin Gabi Kleudgen. "Ich finde es einfach wichtig, einmal darzustellen, wie man über dieses Thema denkt, und damit andere ebenfalls zum Nachdenken zu animieren", begründete Janin Liermann ihren Gedanken, der sofort auf ein positives Echo im Kurs stieß.
Jeder überlegte sich ganz persönlich, was er mit dem drohenden Krieg im Irak in Verbindung bringt. Tiefe, schwarze, traurige Augen blicken unsicher in die Ferne. Lisa Hillesheim erläuterte ihren Beitrag mit gefasster Stimme: "Ich habe verschiedene Köpfe mit Kohlestiften gemalt, um die Angst und die Kriegsstimmung rüberzubringen."
Auch Maurice Fischer blickt mit Besorgnis auf die politischen Geschehnisse der letzten Zeit. Aus diesem Grund malte er einen Globus, auf dem jedoch nur der langsam immer mehr bröckelnde Kontinent Amerika zu sehen ist, umgeben von roter Farbe in den Meeren. Sein Motiv ziert zugleich den Mittelpunkt des Bildes: "Man spürt schon, dass sich dieser Krieg auf die ganze Welt auswirkt, es ist viel näher, als manche vielleicht denken."

Collage: Ausschnitt

Ein Zeichen gegen das Grauen, das eventuell die Menschen im Irak erwarten wird, setzte auch Jasmin Reinhard mit ihrer Friedenstaube. Sophie Frevert entschied sich bei der Collage für einen außergewöhnlichen Beitrag: "Ich habe Kriegsbilder-Folien ber Fotos mit glücklichen Menschen geklebt." Besonders gut gefalle ihr daran, dass sie einen Kontrast zwischen Frieden und Krieg herstellen könne.
Lisa Köhr ließ die Freiheitsstatue in Manhattan zu einer zerfetzten und abbröckelnden Lady verkommen: "Ich möchte damit die verlorene Freiheit und den verlorenen Frieden zum Ausdruck bringen, den sich die USA doch einst so hart erkämpfte."
"Mich begeistert, dass sich bei den Schülern immer mehr ein künstlerisches Verständnis bei ihrer Arbeit entwickelt hat", so Kleudgen. Diskussionen sind bei diesem Thema natürlich unvermeidbar. "Sophie wollte zum Beispiel nicht, dass wir die Freiheitsstatue zu zentral ins Bild stellen", erinnerte sich Jasmin Reinhard und Sophie entgegnete: "Ja, schließlich soll das nicht wie eine Propaganda für Amerika wirken."

Collage: Ausschnitt

Der Gruppe gelang es, ihre Emotionen vor dem Hintergrund eines drohenden Krieges auf ein Plakat zu bringen: Sich aufeinander stapelnde Totenköpfe, in den Krieg ziehende Soldaten, entsetzte Gesichtsausdrücke und eine zerstörte Welt...

Text aus "Landskrone",
Allgemeine Zeitung Mainz, 13. März 2003
Fotos: Gabi Kleudgen


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