"Jugend auf dem Weg nach rechts?"



Am Montag, dem 26.03.01, fand in der Gymnastikhalle die Eröffnung der neuen Forumsveranstaltungsreihe mit dem Oberthema "Jugend auf dem Weg nach rechts" statt. Um einen entsprechenden Einstieg in die Problematik zu finden, sollte bei dieser Veranstaltung, die in erster Linie vom Fachbereich Sozialkunde, unter der Leitung von Frau Lerch, organisiert wurde, zunächst die Frage "Ausländer in Deutschland - ausgegrenzt oder integriert?" geklärt werden. In der gut gefüllten Halle fand sich neben den Schülern der Oberstufe und Schulleiter Jung auch Landrat Schick ein. Als Referent wurde der Geschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Rheinland-Pfalz, Miguel Vicente, eingeladen.



Nachdem Herr Vicente in einem Interview mit Frau Lerch über seine Arbeit im Ausländerbeirat berichtet hatte, stellte er sich selbst und besonders seine Vergangenheit als "Ausländer" in Deutschland vor. Als Fünfjähriger kam er nach Deutschland, besuchte hier zunächst Vor-, Grund- und Hauptschule, bis er schließlich das Abitur machte. Obwohl Herr Vicente die längste Zeit seines Lebens in Deutschland verbracht hat, spielt der gebürtige Spanier erst seit kurzem mit dem Gedanken, einen Antrag zur Übernahme der deutschen Staatsbürgerschaft zu stellen. Die Überleitung vom Interview zum eigentlichen Vortrag wurde von Felix Kessel (MSS 12) übernommen. Er las aus einem Bericht vor, in dem Metin, ein Junge türkischer Staatsbürgerschaft, seine Probleme schildert, die ihn in seinem Heimatland Deutschland bekümmern. Herr Vicente konnte sich mit dem Bericht gut identifizieren, da er in einem "Ghetto" in Mainz-Mombach aufwuchs und dort mit ähnlichen Problemen konfrontiert wurde.



Vicentes Vortrag wurde in erster Linie durch Statistiken gestützt, die der Zuhörerschaft mehr Verständnis für die Entwicklung verschaffen sollte, die die Situation der Einwanderer in Deutschland bis zum heutigen Stand geprägt hat. Anschließend versuchte er, den von vielen falsch verstandenen Begriff "Integration" zu definieren. Kritik richtete er vor allem an die schwache Sprachforderung für Einwanderer, da Sprachkenntnisse zur Integration nicht nur wichtig, sondern essentiell seien. Des weiteren tut es ihm leid, dass politisch Interessierte, wie er, trotz der langen Zeit, die viele in Deutschland verbracht haben, immer noch kein Wahlrecht haben. Dies sei einer der Hauptpunkte, für die er und seine Mitarbeiter sich im Ausländerbeirat einsetzten. Im anschließenden Diskussionsforum hatten die Schüler die Gelegenheit, Fragen an Herrn Vicente zu stellen. Hier wurde der Referent auch von Herrn Landrat Schick unterstützt, der die "Ausländer"-situation unseres Landkreises in den Vordergrund stellte. Keine Frage, wenn auch kritisch, blieb unbeantwortet.



Leider wurde die Fragestellung "Ausländer in Deutschland - ausgegrenzt oder integriert?" phasenweise etwas verpasst, dennoch war die Veranstaltung sehr informativ und alles in allem ein guter Einstieg in die Veranstaltungsreihe "Jugend auf dem Weg nach rechts?". Man kann nur hoffen, dass die folgenden Veranstaltungen in gleicher Form und mit ebenso kompetenten und prominenten Gästen vonstatten gehen.

Auch ein Dank an Frau Lerch, den Fachbereich Sozialkunde und an Herrn Jung, ohne die diese Veranstaltungsreihe nicht zustanden gekommen wäre, darf an dieser Stelle nicht fehlen.

Martin Borzner, MSS 12


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