Junge Autorin Tamara Bach

Ehemalige Schülerin liest aus erstem Roman

"Draufgängerisch, frech, irgendwie ein eigenständiges Wesen" - schon seltsam, wenn der eigene Lehrer solche Worte für die ehemalige Schülerin findet und dabei gar nicht den Anschein macht, als lägen ihm die Nerven blank. Ganz im Gegenteil, denn als Deutschlehrer Peter Grosz bei der Autorenlesung von Ex-Schülerin Tamara Bach diese Worte fand, schwang eine Menge Stolz mit.
Ihr Abi hatte sie 1995 dort gemacht, wo sie nun vor den neunten und zehnten Klassen vorlas, im Gymnasium zu St. Katharinen. "Marsmädchen", so heißt ihr erster Roman, der ihr sogar den Oldenburger Literaturpreis einbrachte. "Das ist bisher einmalig in der Geschichte dieses Preises, dass er an ein Manuskript geht", erläuterte Grosz. Der erfolgreiche Oetinger Verlag, der ihr händeringend die Zusammenarbeit bot, wird den fertigen Roman nämlich erst in nächster Zeit frisch gedruckt in die Buchläden bringen.
Das Werk der jungen Schriftstellerin beschreibt die Gedanken und Gefühle der 15-jährigen Miriam. Um ihr Leben geht es also, und was ist das Wichtigste in dieser Lebensphase? Richtig: Partys, Cool-Sein oder Uncool-Sein, Jungs und andere Mädchen. Aber auch nervige Mütter und die Schule gehören irgendwie dazu. Tamara Bach packt einen einzigartigen Humor in ihre Geschichten hinein, der Miriam zwar "taff" darstellt, doch andererseits auch ihre Unsicherheit in manchen Situationen widerspiegelt.
"Trinken, sich verlieben, ein bisschen küssen - aber nicht kotzen", genauso stellt sich Miriam ihre erste richtige Party vor, die für sie plötzlich eine ganz eigenartige Wendung nimmt und ihre Freundin Laura in ein ganz neues Licht rückt.
Tamara Bachs "Ich nehme kein Blatt vor den Mund" - Stil kam bei den Schülern des Gymnasiums sichtlich gut an, aber auch diese absolut wahrheitsgetreuen Gedanken von Miriam brachten sie oft zu dem Ausspruch "o ja, das kenn ich". Beispielsweise, wenn die Mutter kritisch mit dem Zeigefinger die Staubschicht auf dem Regal abstreicht oder endlos nerven kann, bis man sich dann endlich dazu durchgerungen hat, tatsächlich bei der Tante anzurufen, um sich für die Urlaubskarte zu bedanken.
Natürlich konnte Tamara Bach viel aus ihren eigenen Erfahrungen einfließen lassen, "aber eins zu eins kann und sollte man auch nichts schreiben". Die gebürtige Ludwigshöherin konnte der Hauptstadt Berlin nicht widerstehen und schreibt dort ihre Geschichten, doch die Wurzeln sind eindeutig fest in ihrer Heimat verankert.
Peter Grosz war es, der sie über den Wettbewerb "Junge Autoren" informierte. Damals war er ihr Deutschlehrer in der siebten Klasse und erkannte das Talent seiner Schülerin. Mit siebzehn gewann sie dann zum ersten Mal und so kam der Stein ins Rollen. "Doch den Drang zum Schreiben habe ich schon immer, man sollte eigentlich immer mal einen Zettel und Stift dabei haben", beschrieb Tamara ihre Leidenschaft.
Kein besonderer Ort, keine besondere Lebensphase, der Drang ist einfach in ihr. Dennoch hat sie das Ziel, Lehrerin zu werden, und das aus vollster Überzeugung. Auch das Theater hat es ihr schon angetan, wo sie in Berlin neue Stücke zusammen mit Jugendlichen entwickelte.
Doch im Moment konzentriert sich alles bei ihr auf Miriam, deren Probleme, deren Gefühle und deren Sprüche. "Marsmädchen" ist ein Buch für jede Altersklasse und gibt einen Einblick in die Denkweise der 15-Jährigen anhand von Miriams Beispiel - "frech, draufgängerisch" und einzigartig.

Simone Klein, MSS 12


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