Wenn zehntausend eine Reise tun

Am Mittwoch, den 22. Dezember 1999, war es endlich so weit. Das DFB-Pokal-Viertelfinalspiel zwischen dem FC Bayern München und dem FSV Mainz 05 stand an. Ca. zehntausend Mainzer Fans nahmen den teilweise sehr beschwerlichen Weg nach München auf sich und verbrachten bis zu 6 Stunden in Bus oder Bahn. Mit dabei auch zahlreiche Schüler unseres Gymnasiums, die von Schulleiter OStD U. Jung für diesen Tag vom Unterricht befreit worden waren.

Die ersten Mainzer kamen bereits gegen zwölf Uhr in München an und hatten von da an die Stadt und insbesondere das Hofbräuhaus vollkommen in ihrer Hand. Im Großen und Ganzen verlief alles relativ friedlich, womit sich wieder einmal herausgestellt hat, dass die Mainzer Fans doch zu den eher friedlichen ihrer Zunft gehören. Gegen 18:00 Uhr strömten dann alle gen Stadion, um noch rechtzeitig zum Anstoß zu kommen. Auch im Stadion herrschte dank den Mainzern trotz Eiseskälte von bis zu -7° C ordentliche Stimmung. Für zusätzliche Unterhaltung sorgte das „Fan-TV" des FC Bayern. Ein wenig enttäuschend war nur die Kulisse, denn die Bayern brachten nur 1200 ihrer Fans mit. Somit hatten die Mainzer ein deutliches Übergewicht im Stadion, was sie aber in dieser riesigen Arena nicht weiter zu ihrem Vorteil nutzen konnten.
Um 19:00 Uhr schließlich erfolgte der Anstoß, und von da an standen die Mainzer Fans wie ein Mann hinter ihrer Mannschaft. Zu Beginn konnte von einem Klassenunterschied nicht die Rede sein, und auch nach dem etwas unglücklichen 1:0 für die Münchener hatte man das Gefühl, dass der FSV das Spiel noch werde „umbiegen" können. Mit diesem 1:0 gingen beide Teams dann auch in die Pause. Die Mainzer hatten bis zu diesem Zeitpunkt gut mitgespielt und durch Policella sicher eine gute Gelegenheit zum Ausgleich gehabt. Auch nach dem Seitenwechsel hatte sich das Bild kaum geändert. Der FCB tat nur das Nötigste, doch die Mainzer hatten ein kleines Übergewicht und waren dem 1:1 näher als die Münchener dem 2:0 - doch wir alle wissen ja, wie es kam. Die Bayern erzielten nach einer schön anzusehenden Kombination durch Carsten Jancker das 2:0 und wenig später durch Roque Santa Cruz auch noch das 3:0. Spätestens da war allen klar, wer das Spiel gewinnen würde. Dies tat der Stimmung jedoch keinen Abbruch, und nach dem Abpfiff feierten die zahlreichen Mainzer Fans ihr Team trotzdem.

Zu guter Letzt bleibt zu sagen, dass viele wahrscheinlich mit diesem Ergebnis gerechnet hatten, es sich aber nicht nehmen lassen wollten, ihr Team in diesem Spiel des Jahres zu unterstützen und zu einer durchaus möglichen Sensation zu führen. An dieser Stelle ist es meiner Meinung auch angebracht, unserem Direktor für die Freistellung der Schüler, die Karten für Spiel hatten, zu danken, da dies ganz gewiss nicht als selbstverständlich anzusehen ist.

Ralf Borgwardt, MSS 11

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