"Jugend forscht" -
Dorothee Hill inzwischen Landesmeister 2002

 

 

Mit der Milbenbürste im Weinberg

Dorothee Hill aus Uelversheim räumt bei "Jugend forscht"
drei erste Preise ab

 
 

OPPENHEIM - Welchen Einfluss haben Milben auf die Weinqualität? Oder besser: Was passiert, wenn Raubnülben Spinnmilben fressen und was, wenn dieses Gleichgewicht gestört wird? Die Antwort auf diese Fragen brachte der 18-jährigen Abiturientin Dorothee Hill aus Uelversheim gleich drei erste Preise beim Regionalwettbewerb "Jugend forscht".

 

Von unserem Redaktionsmitglied
Christine Bausch   
[AZ - "Landskrone", 28.02.2002]
Die Arbeit aus der Weinbau-Praxis und die Präsentation von Idee und Ergebnissen überzeugte die Experten von der Jury, die bei Boehringer in Ingelheim die Arbeiten der jungen Forscher begutachteten. "Die haben mir gesagt, ich hätte das Gespräch souverän in die Hand genommen", erzählt die 18-jährige Abiturientin, die aus dem Uelversheimer Weingut Wolfgang Hill stammt. Was sie aufgrund ihrer Beobachtungen ihrem Vater empfehlen würde, wollten die Juroren wissen.

 
     
 

Und wie das mit der Photosynthese funktioniert - auch diese Frage, die nur indirekt mit der Arbeit zu tun hatte, brachte Dorothee Hill nicht in Verlegenheit. "Dann war ich gar nicht mehr aufgeregt", berichtet sie. "Es war einfach schön", strahlt die Uelversheimerin über ihren Erfolg. Mit dem habe sie überhaupt nicht gerechnet. Neben dem ersten Preis in Biologie räumte sie auch gleich noch einen Sonderpreis für Umwelt und den Preis für die beste Präsentation der Arbeitsergebnisse und den schönsten Stand ab. Noch am Abend ihres Erfolges informierte die Abiturientin ihre Biologielehrerin Gertrud Henn am Gymnasium zu St. Katharinen.

     

Angefangen hat alles mit der so genannten Besonderen Lernleistung, einer einjährigen Studienarbeit, die seit der jüngsten Oberstufenreform die bisherige Facharbeit ersetzt. Ihre damalige Bio-Lehrerin Sabine Fuchs-Stepputat legte der Winzerstochter nahe, ein Weinbauthema zu bearbeiten. Bei der Staatlichen Lehr- und Versuchsanstalt (SLVA) bekam Dorothee Hill nicht nur das passende Thema, sondern auch die erforderliche Literatur, eine Einführung in die wissenschaftliche Arbeit und einen Versuchsweinberg im Oppenheimer Goldberg. Zwischen Juni 2000 und Mai 2001 untersuchte die 18-Jährige den Einfluss von Insektiziden auf das natürliche Gleichgewicht zwischen Raub- und Spinnmilben: Die Nützlinge halten die Population der Schädlinge im Weinberg klein.

 
     
 

Dezimiert ein Spritzmittel die Raubmilben stärker als die Spinnmilben, gewinnen die Schädlinge die Oberhand, zerstören die Blätter - die Störung der Assimilation mindert den Zuckergehalt und letztendlich Weinqualität. In ihrem Langzeitversuch beobachtete Dorothee Hill die Auswirkungen zweier unterschiedlicher Substanzen, zählte mit Milbenbürste und Mikroskop die Populationen. Die Ergebnisse fließen direkt in die Praxis ein: Im elterlichen Weingut ebenso wie in der Obst- und Weinbauschule der SLVA.
Nach dem Abi wartet im März der Landesentscheid in Ludwigshafen auf Dorothee Hill. Und danach ein Praktikum beim Mainzer Max-Planck-Institut, das die Preisträgerin angeboten bekam.

   

Text: AZ - "Landskrone", 28.02.2002
Fotos: Gymnasium zu St. Katharinen Oppenheim


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Letzte Änderung: Dienstag, den 16. April 2002, 16:21 Uhr.