German American Partnership Program 2006

Unser Besuch an der Wilmot Union High School
in Wisconsin im Herbst


Die Deutschen in Chicago

Am 21. September 2006 verabschiedeten wir 20 Teilnehmer uns von unseren Eltern und Freunden und fuhren nach Frankfurt, von wo aus wir direkt nach Chicago flogen.

Die Nervosität vor dem ersten Treffen des eigenen Austauschpartners legte sich bei drei Schülern bereits am Flughafen, wo uns Jocelyn, Bob und Ashley mit einem selbst gebastelten Schild begrüßten.

Vollgepackt mit Koffern schaukelte uns nun ein typisch amerikanischer, gelber Schulbus zur Wilmot Union High School.

Nachdem sich alle Partner gefunden hatten, fuhren wir direkt zu unseren Austauschpartnern nach Hause. In Wisconsin war es jetzt drei Uhr nachmittags - in Deutschland bereits zehn Uhr abends.

Am nächsten Tag begleiteten wir unsere Partner während ihres Unterrichts.

In Wisconsin dürfen Jugendliche bereits im Alter von sechzehn Jahren alleine Auto fahren, deshalb kamen die meisten auch per Auto zur Schule. Sowieso nutzen US-Amerikaner dieses Verkehrsmittel aus der Sicht eines Westeuropäers übertrieben häufig, was einerseits daran liegt, dass umweltbewusstes Denken nicht ausgeprägt ist, außerdem haben die Bürger aber auch keine andere Möglichkeit, weil öffentliche Verkehrsmittel auf dem Land wegen der geringen Besiedlung nicht ausgebaut sind.
Der Abend war bereits gefüllt mit einem Footballspiel.
Obwohl wir Deutschen die Regeln nicht verstanden - was sich bis zum Ende unseres Aufenthaltes nicht änderte - wurden wir von der immensen Stimmung mitgerissen und feuerten die "Wilmot Panthers" lautstark an.

Das Wochenende verbrachten wir in den Familien.
Die Partner passten so gut zusammen, dass wir Deutschen nicht als Gäste, sondern wie Familienmitglieder behandelt wurden und uns auch so fühlten.

Wie wir bereits im Voraus gehofft hatten, schloss unser Besuch homecoming ein. Eine Woche lang verkleideten sich die Schüler jeden Tag einem anderen Motto entsprechend. Dieses Jahr hatten sich die Organisatoren für einen Zwillingstag, einen Westerntag, einen Batiktag und einen Tag im Stil der Fünfziger entschieden. - Jedoch machten wir die Erfahrung, dass die Zeitgenossen Elvis Presleys in den Vereinigten Staaten wohl anders ausgesehen haben, als in Deutschland. Statt Petticoats trugen alle Dreiviertelhosen.

Am Freitag trat wie jedes Jahr der school spirit in den Vordergrund, alle Schüler kleideten sich in den Schulfarben rot, schwarz und weiß. Im Anschluss an den Unterricht versammelten sich die Jugendlichen in der Sporthalle zur assembly, Versammlung, auf der die Repräsentanten der einzelnen Jahrgänge und homecoming king und queen, die vorher durch die Schüler gewählt worden waren, vorgestellt wurden.

Das Footballspiel am Abend bildete einen der beiden Höhepunkte der homecoming week. Zur Freude der gesamten Schüler-, Lehrer- und Elternschaft schlugen die Panthers ihre Gegner um Längen.

Der Tanz am Samstag beendete die Woche. Er ähnelte einem europäischen Ball nur die Garderobe betreffend, die Musik erinnerte an eine Disko und genau um elf Uhr war der Ball zu Ende. Auch wurde keinerlei Alkohol konsumiert, das ist Jugendlichen erst ab 21 Jahren gestattet.
In der darauffolgenden Woche reisten wir nach Chicago. Dort verbrachten wir vier Nächte in einem Motel am Rande der Innenstadt. Im Vordergrund unserer Erkundungstouren stand selbstverständlich die Architektur.

Wir ließen uns in einem Trolley durch die Stadt fahren, unternahmen eine professionelle Führung zu Fuß und wurden von Herrn Dr. Görg und Frau Gill-Habl über Besonderheiten der Stadt und ihre Bedeutung für die Architektur unterrichtet.

Außerdem besichtigten wir den Sears Tower, das höchste Hochhaus der Stadt, von dessen Spitze wir die gesamte Innenstadt am Rande des Lake Michigan überblicken konnten.

Chicago hat aber noch viel mehr zu bieten, wie zum Beispiel ein riesiges Aquarium und die sogenannte Cloud Gate (Herr Dr. Görg nennt sie Jelly Bean), eine etwa fünf Meter hohe, bohnenförmige Skulptur, in der sich die Hochhäuser und die Passanten spiegeln.
Neben diesen einzigartigen Erlebnissen, kamen auch Attraktionen wie das Chicago Art Institute, das Hard Rock Café, ein Besuch bei der Blue Men Group, ein Essen in einem Jazzlokal auf der Vergnügungsmeile Navy Pier und das Einkaufen auf der Magnificent Mile, wo einige Penélope Cruz, Bono und Oprah Winfrey trafen, nicht zu kurz.

In der letzten Woche verbrachten wir einen Tag in der größten Stadt Wisconsins, Milwaukee. Dort besuchten wir unter anderem das Art Museum, dessen Architektur selbst die meisten Besucher anlockt. Es erinnert an ein Segelschiff. Das segelartige Dach lässt sich je nach Sonneneinstrahlung auf- und zuklappen. Den Abend verbrachten wir bei einem Hockeyspiel der Milwaukee Admirals, die dieses Mal leider hoch verloren!
Es standen noch mehr Ausflüge auf unserem Programm: Zu Watson's Wild West, zum Lake Geneva, nach Racine und zum größten Vergnügungspark der Region mit atemberaubenden Achterbahnen, so ging die schöne Zeit zu schnell vorbei.

Unter Tränen verabschiedeten wir uns schließlich nach drei Wochen von den Amerikanern, die für uns sowohl eine zweite Familie als auch unsere Freunde geworden waren und hoffen, alle im Sommer wiederzusehen.

Text: Helena Maria Bock, MSS 11
Bilder: B. Gill-Habl

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